Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

 

bereits im dritten Jahr führen wir an Stelle der Zwischenzeugnisse in den Jahrgangsstufen eins bis drei Lernentwicklungsgespräche durch.

 

Pädagogische Vorteile:

Lehrer(in) und Schüler(in) sitzen sich gegenüber und führen das Gespräch. Die Eltern sind dabei und haben eine passive Rolle inne. Der Lern- und Leistungsstand wird unmittelbar ersichtlich. Im Gegensatz zu Zwischenzeugnissen erfolgt die Einschätzung im Gespräch. Missverständnisse und Unklarheiten können dabei ausgeräumt werden. Die Schwächen der Lernentwicklung werden angesprochen und gemeinsam beraten; Fördermöglichkeiten und nächste Umsetzungsschritte werden aufgezeigt. Besonderen Wert legen wir darauf, dem Kind seine Stärken bewusst zu machen und es darin zu bestärken, dass sich Anstrengung lohnt. Diese positive Sichtweise auf das Lernen macht einen großen Teil des Gesprächs aus.

Für das Kind hat das Gespräch den Vorteil, dass es sehr viel verständlicher ist als das Zwischenzeugnis. Außerdem wird der Blick des Kindes auf das eigene Lernen in den Mittelpunkt gerückt. Es erfährt sich als jemand, der aktiv sein Lernen gestalten kann.
Das Gespräch findet im Klassenzimmer statt und sollte 30 Minuten nicht überschreiten. Abschließend wird – soweit angezeigt – eine konkrete und entwicklungsgerecht formulierte Zielvereinbarung geschlossen, um das künftige Lernen gemeinsam im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu optimieren. Die Zielvereinbarung wird möglichst konkret formuliert und soll kurzfristig überprüfbar sein, z.B. „Ich lese jeden Tag zuhause 10 Minuten vor.“ Das gemeinsame Reflektieren über das Lern- und Arbeitsverhalten wirkt wesentlich nachhaltiger.

Immer wieder wird auch im Unterricht daran erinnert.

 

Vorbereitung des Gesprächs:

Vor dem Gespräch bekommt jedes Kind die Einschätzungsbögen zum Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten und den Fächern mit nach Hause, die es dort selbstständig ausfüllt. Gegebenenfalls können die Eltern ihr Kind dabei unterstützen. Auch die Lehrkraft füllt die Bögen aufgrund ihrer Unterrichtsbeobachtungen, Lernzielkontrollen und in Absprache mit den Fachlehrern aus und legt Schwerpunkte der Beratung fest.

 

Wir gestalten die Unterlagen so, dass die Aussagen auch für Kinder der Eingangsstufe verständlich sind. Die Bögen für Lehrer und Kind sind identisch, so dass unterschiedliche Einschätzungen leicht erkennbar sind.

 

Nach dem Gespräch unterschreiben Eltern, Kind und Lehrerin gemeinsam den Einschätzungsbogen.

 

Eine Kopie des ausgefüllten Beobachtungsbogens kommt in den Schülerbogen zum Verbleib an der Schule. Das Original bekommt das Kind am Tag des Zwischenzeugnisses ausgehändigt. Das Jahreszeugnis wird wie bisher als schriftliches Dokument erstellt.